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Jazzvirus Konzert der Daimler-Chrysler-Big-Band

Keine zwei Jahre liegt es zurück, dass der Stuttgarter Saxofonist Klaus Graf freudestrahlend verkündete, "beim Daimler'' gebe es "klasse Musiker''. Damals hatten sich rund hundert Angestellte aus Werk und Verwaltung des Konzerns Daimler-Chrysler für eine Big Band angemeldet. Inzwischen verfügt das Unternehmen über zwei Big Bands: die DC Big Band Untertürkheim und das Parallel-Ensemble in Möhringen, das Ed Partyka übernommen hat.

Graf hatte Recht: Die von ihm geleitete Untertürkheimer Formation verfügt tatsächlich über beachtliche Solisten und einen kompakten Ensembleklang. Sei es die Latin-Nummer "Mascarade", sei es der funky Boogaloo-Titel "The Groove Maker" oder der swingende Basie-Klassiker "Shiny Stockings": die Band faszinierte im gut besuchten Laboratorium mit all diesen Jazzvarianten. Etwas mehr Mühe hatte sie mit dem "Kingfish'' aus dem Repertoire Stan Kentons, dessen steifes, festgefügtes Klangbild sie zu sehr zum Swing abdriften ließ. Mit den Tücken der Datenverarbeitung scheinen indessen alle bestens vertraut zu sein. Bob Mintzers "Computer'' wurde zur faszinierenden Glanznummer des Abends. Scharf akzentuierte Riffs und harte Rhythmen behagen der Band. Dass gegen Ende ein Virus auf dem Bildschirm simuliert wurde, der ganze Notenkolonnen zum Absturz brachte, war Musikern wie Zuhörern ein besonderes Vergnügen. - Die Big Band probt wöchentlich und ist offen für weitere Mitglieder. Im Unternehmen ist der Bassposaunist Heiko Nagel der Ansprechpartner.

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11. Mai 2001
Laboratorium Stuttgart
Stuttgarter Zeitung

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